Z - Bibliographische Quellen für Tirol
Genealogie - Bibliographische Quellen für Tirol
Geschrieben von: Granichstaedten-Czerva, R.
GRANICHSTAEDTEN-CZERVA, Rudolf - "Bibliographische Quellen zur Tiroler Familienforschung (Tiroler Bauern, Bürger, Edelleute)" in Quellenbücher zur Sippenforschung, Band 1, 270 Seiten.
ZÜRCHER: Übertragung des von Kaiser Karl V. 1529 dem Sebastian AIGNER verliehenen und infolge des Aussterbens der Familie erledigten Wappen auf Matias, Zyprian, Josef und Toman ZÜRCHER, Brüder. Innsbruck, 13.1.1586 (Goldegg).
ZÜRCHER: Besserung des der Familie ZÜRCHER von Erzherzog Ferdinand am 13.1.1586 verliehenen Wappen mit Lehensartikel für Zacharias, Bürgermeister zu Bludenz und dessen Brüder Georg, Sigmund, dann für Mathias, Hans, Georg, Dietrich, Gabriel, Adam, Sebastian, deren Vettern, ZÜRCHER. Innsbruck, 5.4.1610 (Goldegg).
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Johann DIETRICH und Balthasar DIETRICH (Bäcker) aus Baden im Aargau - 21.12.2008, 12:53:57
Es findet sich auch eine Familie \"Zürcher\" mit Heiratseinträgen zwischen 1706 und 1756 in Dambach und es ist bekannt, dass Schweizer in das nach dem 30-jährigen Krieg weitgehend entvölkerte Elsass eingewandert sind.
http://www.archive.org/stream/mittheilungender14kkze/mittheilungender14kkze_djvu.txt
Wunibald Zürcher aus Bludenz , Konventual in Weingarten, letzter Abt zu Hirschau, und dessen Grabstein zu Thüringen , nebst einer Notiz über die
Wanderungen der Original- Handschrift der Annales Hirsaugienses vom weitberühmten Abte Johannes Trithemius.
Johann Gtddeni)iick , ein edler Zürcher, verliess seines katholischen Bekenntnisses wegen seine Vaterstadt und liess sich zu Bludenz in Vorarlberg nieder, wo er den Namen Zürcher annahm, den seine Nachkommen, die nun erloschen, fortführten i. Mehrere derselben bekleideten daselbst das Bürgermeisteramt;
Wunibald I. war Pfarrer zu Schnitis uud Kämmerer des drusianischen Kapitels d. i. des Walgaus; Wunibald IL, am 3. Februar 1605 geboren, widmete sich gleichfalls dem geistlichen Stande und trat frühzeitig in die reichs-
unmittelbare Reichsabtei Weingarten ein.
Um seinen Eintritt in dieses Gotteshaus zu erklären, wollen wir einige Notizen über dessen damaligen Abt hier einschalten. Dieser war Georg WegeHu aus Bregenz, Sohn Wolfgang Wegelin's, Verwalters der österreichischen Herrschaften Bregenz und Hoheueck, am 20. März 1558 geboren. In einem Alter von sechzehn Jahren trat er ins genannte Kloster ein, ward 1581 Priester, wegen seiner ausgezeichneten Eigenschaften schon im folgenden Jahre Subprior, und durch einhellige Wahl seiner Mitbrüder am 10. November 1586 Abt.
Am 31. Dezember 1610 kaufte er die vom Grafen Hugo von Montfort im Jahre 1218 gestiftete Malteserordens - Commende zu St. Johann in Feldkirch um 61.000 Gulden, die er 1617 zu einem Priorate von Weingarten erhob, welchem der berühmte Geneologe P. Gabriel Bucelin (f 1681) viele Jahre vorgestanden,
dann am 7. Februar 1613 von den Grafen von Sulz die vormals den Grafen Werdenberg-Sargans zu Vaduz gehörige Reichsherrschaft Blumenegg unweit Bludenz um 150.000 Gulden, eine Besitzung, welche dem Stifte mehrmals, namentlich beim Vordringen der Schweden im dreissigjährigen Kriege als sichere Zufluchtsstätte von hohem Werte war. Am 1. August 1627 legte Abt Georg seine Würde nieder und starb am 10. Oktober desselben Jahres. Mit Recht wird er von den Seinigen als der zweite Gründer dieses alten Welfeustiftes und von seinen Zeitgenossen als die Perle der damaligen schwäbischen Prälaten gepriesen 2.
Nun kehren wir zu unserem Wunibald Zürcher, dem Jüngern zurück.
Von dem Rufe Weingartens und seines in der Nachbarschaft waltenden Abtes ausgezogen, ward Wunibald - wie gesagt - Conventual in Weingarten, legte am
24. August 1621 seine Gelübde ab undd brachte am
5. August 1629 dem Herrn das erste Messopfer dar.
Als das vom Grafen Erlafrid von Calw im J. 830 gestiftete Benediktinerkloster Hirsau oder Hirschau an
' Weite des Brunnentranzes 4' 4", Öffnungsweite 3' 4", Höhe der
Bügel, die daü Kad tragen 1 ' , Hötie des ganzen lirunnens bis an die Wurzel
?> o -" '
' Vgl. des Zeitgenossen P. Clabriel Bucelini Khaetia Sacra et profana.
Aug. Yindelic. IGiJG, pag. 470.
- Catalogus Abbatum imperialis monasterii Weingarteusis ä P. Gerardo
Uess. Aug. Vindelic. 17S1. 1". pag. 298-129.
LX
Der Nasrold, welches die rastlose Tätigkeit des berühmten Abtes Wilhelm (1069-1094) zu grossem Rufe emporgehoben hatte, vom Herzog Christoph von Würtem-
berg im J. 1558 in eine protestantische Klosterschule umgewandelt, aber in Folge des Kestitutionsedictes vom 6. Mai 1629 am 6. September I63u von den Katholiken in Besitz genommen und wieder hergestellt wurde, kam der fromme Andreas Gaist aus Eottweil, Weingartener Prior zu St. Johann in Feldkirch. erst als Administrator dahin, ward am 15. Mai 1635 als erster Abt
consecrirt, starb aber schon am 28. April 1637 und wurde zu den Füssen des seligen Abtes Wilhelm beigesetzt i^s. Hess p. 407 - 174).
Ihm folgte am 5. Mai durch Wahl unser oben erwähnter Wunibald Zürcher als Abt, musste aber beim Wechsel des Kriegsglückes mit seinen Ordensbrüdern
bald fliehen und nahm nebst anderen Schätzen auch die Originalhandschrift der Hirschauer Annalen von dem berühmten Abte Johannes Trithemius (von dem wir
unsern Lesern, denen das Leben desselben weniger bekannt sein dürfte, das Wesentlichste in Kürze am Schlüsse mitteilen wollen) mit sich nach Weingarten,
und als die Kriegeswogen wieder nach Oberschwaben sieh wälzten, suchte er seine Zuflucht im Kloster St. Gallen, wo vom Original eine Abschrift genommen wurde.
Als diese noch nass und kaum vollendet war, übersiedelte der Ex-Abt Wunnibald, wahrscheinlich von seinem Abte Dominik Layniann abberufen, ins Schloss Blu-
menegg, wo Kurfürst Maximilian I. von Bayern (tl651)
auf seinen Befehl und seine Kosten die meisten Dokumente abschreiben und die Abschriften nach München bringen Hess. Bekanntlich ward das Schloss um 1660
plötzlich durch Brand zerstört und angeblich auch dieses Manuskript von den Flammen verzehrt *. Hiermit stimmt Ildefons von Arx in seinen Geschichten des Kantons St. Gallen, Bd. IIL 274 überein, wo er sagt: ..Der Gelehrte Bibliothekar Hermann Schenk ' ist der Herausgeber der Hirsehauer Chronik (richtiger der Annalen) des Abtes Trithem, die ganz zu Grunde gegangen wäre,
wenn man zu .St. Gallen nicht in Eile von dem hernach im .Schwedenkriege verbrannten Originale eine Abschrift genommen hätte.
Wahrscheinlich verlebte Wunibald, der letzte Abt von Hirschau, den Rest seiner Tage in Thüringen, dem Haupt- und Amtsorte der Herrschaft Blumenegg, wo er am 18. October 1664 starb.
Als ich im Jahre 1849 die dortige Pfarrkirche besuchte, gewahrte ich einen im Fussboden eingesenkten roten Marmorstein (5' 2" lang und 2' 5" breit), darauf
Inful und Stab, Hess ihn reinigen und las seine Inschrift, die ich abschrieb, aber verlor. Jüngst erhielt ich durch die Güte des Herrn Pfarrers Jakob Fink eine Abschrift der wahrscheinlich durch Schuld des Steinmetzen inkorrekten Inschrift, welche lautet :
HIC . POSVIT . MORTA
ALES . EXVVIAS . RND
MVS" DN . DX . WV
* ^attler'5 Geschichte des Herzogtums Württcnberg und der der Regierung der Herzoge). 1774, Bd. VII, 27
* So in der Vorrede zur /anonymen) Ausgabe von Joannis Tritbemä
SpanbeimeDsis etc. Abbaiis Aonales Hlrsangieoäes. IT. Tom. in fol. SL. Gallen
MDCXC.
* Scbeok batte nacb t. .\n 1. eil. im J. 1700 den Ruf als kaiserlicher
Bibliothekar nach Wien erhalten, lehnte ihn aber auf Befehl seines Abtes ab
und er starb im J. 1706.
' ReTerendissimui Dominus ftc. - HrESSAVGI.At: pro BIRSAVGIAE.
VXIBALDVS
SACRAE . HIRS
SAVGLAE (!).
ABBAS . OPT""
VH'AT . DEO
OBIIT. XV. CAL. XOV.
MDCLXIV.
Den Raum über der Inschrift füllt ein vierfeldiger Wappenschild, auf dem ein kleinerer gleichfalls mit vier Feldern ruht. Auf jenem gewahrt man im ersten und vierten Felde je einen auf Hügeln aufrecht stehenden gekrönten Löwen, nach innen gekehrt, im zweiten und dritten je einen Hirschen, ebenfalls nach innen gekehrt, wegen des Klosters Hirschau ; das Zürcher'sche Familienwappen hat im ersten und vierten goldenen Felde auf einem schwarzen Querbalken drei neben einander und aufrecht gestellte Goldammern mit gespreizten Flügeln und im zweiten und dritten roten Felde einen silbernen, einwärts springenden Löwen, der eine Lilie hält "; doch sind auf diesem Grabsteine die Wappen in unrichtiger Stellung dargestellt, indem eigentlich der Löwe (ohne Lilie i im ersten und vierten Felde und der Querbalken mit den drei Goldammern im zweiten und dritten Felde stehen soll.
Dieses Manuskript, ein wahres Pracht- und Riesenwerk, ward als speciclles Besitzthum und Kleinod für Hirschau betrachtet, indem der Verfasser und Schreiber am Ende des I. Buches mit rother Schrift schrieb: "Me sola Hirsaugia gaudet".
Das vorgenannte Chronicon Hirsaugiense , das Trithem dem Kurfürsten von der Pfalz verehrt haben dürfte, fand Manpiard Frehcr in Heidelberg, wusste aber
bei Herausgabe der historischen Werke Trithems im
s. Gedenkblätter der Familie Lorioser. Von Dr. Fr. Wilh. L o r i ns e r.
Wien. S. 57 und Taf. IX, und Ut.cr die Familie Zürcher daselbst S. 3".